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Motorradfreunde Meerbusch Tage des Donners / www.mfm1973.de

Tage des Donners -
Le Championat des Vosges!
 

4 Tage der hohen Kunst des Motorradfahrens in den Vogesen
Motorrad-Meister aus Koblenz und Mönchengladbach fehlten!!
Lesen Sie das Renn-Tagebuch von unseren Korrespondenten
Eduard Nockenfell und Gustl Gaas!

Es war wieder so weit - ein deutsches Starterfeld von ausgesuchten Fahrern stellte sich den Kurven, Bergen und Tälern der Vogesen.

Das Starterfeld las sich wie das WhoisWho des deutschen Rennsports:

Thomas "Fußrastenschredder" Vogt
Dieter "Driftbombe" Samel
Sven "Brenn-Bär" Petersen
Markus "AbindieRabatten" Zilles

Doch leider hatten namhafte Fahrer aus Deutschland die Teilnahme an der Rennveranstaltung abgesagt.
Es fehlten:

Günther "Kasalla" Lünendonk
(Terminprobleme: Neee, also ich fahr noch die "Gladbach-FiveHundred", außerdem die "24 Stunden vom West-Jordan-Land" und die 1000 Meilen am "Grumbiere-Race-Day" in Oppenhausen)

Peter "Kurvenfräse" Remagen
(Absage wegen Neubau der Werkstatt für das Team "Remagen-Racing" im Dritten-Eimer-Weg in Koblenz / Teilnahme am VHS-Seminar "Brennraumfluten - leicht gemacht! Der Weg zum Kurvenräubern!")

Oliver "VolleKraftVoraus" Mann
(Absage wegen Eröffnung einer Werkstatt in Koblenz-Metternich für das Team "MannOhMann, da bleib ich dran - Verein für Kurvenglück 1972 e.V." / und gleichzeitigem Vortrag an der Uni Koblenz "Beton!! - der neue Weg zu mehr Anpressdruck am Motorrad!")

Tag 1:
Qualifikationstraining quer über die Ballons und Col´s des Vosges!

Freisen, Saarland: Hier lag der Treffpunkt der Helden vom Pfingstwochenende. An der Pfarrkirche des kleinen Ortes hieß es…

Helm ab zum Gebet! Laßt uns für gutes Wetter, genug Sprit im Tank und kinderkacke-klebrige Reifen flehen!

Allerdings hatte schon hier einer der Teilnehmer mit technischen Problemen zu kämpfen. Die von "Driftbombe" Samel per GPS vorgeschlagene Anfahrt von Oppenhausen nach Freisen traf auf wenig Gegenliebe beim Fahrer Vogt!

Unnnnnglaublich, das Blinkedingens vom Dieter wollte uns über München - Rimini - Hödschnebatschburtschnetschly - Baustert - Trier - Moskau und St. Petersburg nach Freisen lotsen! Ich bin dann kurzerhand über den Hunsrück! (T.Vogt)

Nach kurzer Rast und Besinnung ging es dann auf die Piste! Getreu dem Motto der internationalen Biker-Vereinigung:

Gloozzn off!
Gibben aus!
Geene Fedbemmen fressn!
Ooorbeidn!

wurden in zwei Etappen die Startplätze für den nächsten Tag herausgefahren!

1. Etappe: Freisen - Saarbrücken

1. S. Petersen
2. M. Zilles
3. T. Vogt
4. D. Samel

(Boxenstopp in der Innenstadt bei Luigi, dem verkifften Pizza-Bäcker!)

Kommentar zum Boxenstopp:
Magnificio! Was wolle besdellen?
Pizza Sofia!
Isch libbe Sowia Loorrehn!
Pizza Volcano!
Bene! Pronto!
Signores?
Insalata Capriciosa!
Molto bene!
Coca-Cola!
Magnificio! Selbwerssssdändlisss!
Solle isse bringe auch von die gewürzte Olio fürre die magnificio Pizza? Si! Pronto!

Schnauze, du Doof! Bring die Pizza!
Und vergess das Hölle-Hölle-öl nicht!
Uiiii…das brennt aber! Genau wie Sambal-Olek…der chinesische Senf!!!

2. Etappe Saarbrücken - Cornimont

In der längsten jemals gefahrenen Anfangsetappe (Wohin müssen wir? Cornichon?. Kommen da die kleinen Gurken her??) wurden weiterhin Fähigkeiten, Kurventechnik, Bremsverhalten und Beschleunigungswerte der Konkurrenten beäugt und Strategien für den nächsten Tag bereitgelegt.

Die TDM 850 von M. Zilles zeigte auf der zweiten Etappe allerdings kritische Fahrwerksschwächen. Mit pumpendem Hinterrad hielt Zilles zwar den Anschluss, konnte das hohe Tempo aber nur unter Einsatz aller Fähigkeiten mitgehen.

Wie ein Pfund Wackelpudding auf der Achterbahn - Da muß ich heute Abend mal das Fahrwerk neu einstellen und bei Koni anrufen!! (M.Zilles)

Die Platzierung der zweiten Etappe:

1. T. Vogt
2. S. Petersen
3. D. Samel
4. M. Zilles

2. Tag: RACING!!!
oder
Heute zeig ich euch, wo auf dem harten Asphalt die eisernen Kreuze wachsen!

Still liegen sie da - die Straßen der Vogesen! Kühle Bergluft fächelt durch die Wälder! Schläfrige Eichhörnchen reiben sich den Schmand aus den Augen. Müde kräht der einheimische Droselklappen-Vogel sein Morgenlied, zwei bis drei Kühe erledigen den Morgenschiss!

Ein tiefes Bollern von schweren Twins…tief unten im Tal , welches schnell näher kommt. Dann sind sie da!

In begeisternder Schräglage brennt erst eine Honda Africa-Twin, dann eine BMW 1150 GS gefolgt von einer Super-Tenere und einer TDM 850 durch die Kurve.

Laut aus den Endtöpfen brüllend, geht es vorbei an Kühen und Wanderern. In einer langen Linkskurve zeigten am Straßenrand stehende Fußgänger deutlich ihre Begeisterung.

Die haben uns einen Vogel gezeigt, als wir vorbeigerauscht sind!
Echt?
Ja! Vor allem als der Zille vorbei ist!

S. Petersen auf XTZ 750 beklagte allerdings fortwährend die mangelnde Reifentemperatur, überraschte aber beim letzten Tankstop des Tages nach über 300 km die Konkurrenz!

Ich glaub meine Reifen sind jetzt warm! Können wir jetzt endlich mal Gas geben und die Kinderspielchen sein lassen? (S. Petersen)

Technische Ratschläge der Konkurrenz,
Wir bauen dir die Räder ab und dann nimmst du sie zum Aufwärmen mit ins Bett!

oder

Wir legen die morgen früh ne Runde in den Backofen! Dann kleben die wie Sau!

wurden von S. Petersen jedoch ausgeschlagen!

Tageswertung:

1. T. Vogt
2. D. Samel
3. M. Zilles
4. S. Petersen

3. Tag: Durchgeknallt am Straßenrand
oder
Und heute nicht wieder das Höschen nass machen!

Der dritte Tag begann konfliktbeladen und außergewöhnlich ernst für die Renngemeinschaft. Der Fahrer Petersen erklärte beim Anlassen der Maschinen:

Heute is´ Krieg!
Schluß mit den Manöverspielchen von gestern!

Geschockt ob dieser Ansage waren alle Teilnehmer gespannt, welche Herausforderungen der Tag bringen würde. Müsste man die Ideallinie verbessern? Später als alle anderen bremsen? Doch wieder auf Nitroglyzerinhydromethanol umsteigen?

Doch es kam anders…!! Milliarden von Fahrradfahrern, Fußgängern und Bürgerkäfigen bevölkerten den Vogesen-Rundkurs. Die Bergwertung am Col de Fouchy war aufgrund des Splits und Kiesel in den Kurven hinfällig geworden. Lediglich kurz vor dem Ziel in Cornimont konnte eine Bergprüfung gefahren werden. Aber lassen wir die Rennfahrer zu Wort kommen:

T. Vogt: Das letzte Stück war klasse. Da konntest du das Gas voll stehen lassen!
S. Petersen: Echt? Also ich hab kein Vollgas gegeben!
T. Vogt: Warum das denn nicht? Hahn auf…vor der Kurve was wegnehmen..und dann weiter! Du musst auch mal in den vierten und fünften Gang schalten!
M. Zilles: Jep…ich hab auch den Hahn aufgemacht…oben hatte ich 160 km/h auf der Uhr.
T. Vogt: Du hast Vollgas gegeben?
M. Zilles: Ja! Natürlich! Logisch! Was denn sonst!!?
T. Vogt: Toll…und wo warst du dann? M. Zilles: Wie?
T. Vogt: Wo du warst??
M. Zilles: Na hinter euch!
T. Vogt: Ich hab dich nicht gesehen!
D. Samel: Ist eh egal…ich war nämlich als erster oben!
S. Petersen: Wer? Du?
D. Samel: Jahaaa….ich!
M. Zilles: Im Leben nicht…

Bleibt zu vermerken, dass ein schwerer Defekt an der Maschine den Fahrer Samel beinahe zur Aufgabe zwang! Fachmännisch wurde der Schaden diskutiert:

Was für eine Scheiße! Mir ist der Tankdeckel abgebrochen!
Was??? Abgebrochen??
Ja..Abgebrochen!
Wie denn das?
Ja…Mann…gugg mal…das sind voll die Lunker drin!
Klunker?? Du hast Juwelen im Tank?
Neeee…L-u-n-k-er!....in der Halterung des Deckels!
Was sind denn Lunker?
Einschlüsse! Blasen im Metall!
Wow…deine Kiste heizt sich aber ganz schön auf…wenn das schon Blasen gibt!
Und jetzt???
Also ich sag mal…..so kann ich nicht weiterfahren!
Und was willste machen??
Anrufen…BMW Hotline!
(20 Minuten später)
Mann…da soll einer rauskommen aber ohne Ersatzteil!
Wie? Ohne Ersatzteil? Und dann?
Dann wird sie abgeschleppt!
Wegen dem Tankdeckel?
Jaaa…ich bekomm keinen neuen. Wir haben Pfingsten!
Und was dann?
Der guggt sich die Maschine an!
Wieso? Die wissen doch das der Tankdeckel kaputt ist! Warum dann anschauen?
Weil ich so nicht weiterfahren kann, das Benzin schwappt doch raus!
Na, Dann darfste während der Fahrt halt nicht rauchen…..sonst brennst du richtig einen auf die Straße!

"McGyver"-Petersen und Dr. Ing. Vogt besorgten in einem Fachgeschäft Gewebeband von höchster Haftkraft ("Weia! Wenn er das abzieht ist der Lack aber mit weg!").

Mit viel handwerklichem Können wurde dann schließlich der Tankdeckel abgeklebt. Beim abendlichen Essen wurden verbrauchte Energien aufgefüllt und es entwickelten sich hochgeistige Gespräche:

Fahren wir morgen noch mal den Ballon d´Alsace?
Können wir machen!
Dieter..wie alt bist du eigentlich?
42! Wieso?
Dann bist du ja der älteste!
Stimmt…uns Dieter ist der Ballon d´Ahl-Sack!

Was bleibt sonst noch zu vermerken? Vier Tage der hohen Kunst des Motorradfahrens auf griffigem Asphalt, ein Haufen dummer Sprüche, 46 Flaschen Kronenbourg-Bier vernichtet und nicht zu vergessen, die hohe Kunst des Dichtens!!!

Der geneigte Leser bemerkt das S. Petersen genau wie Dieter Bohlen aus dem hohen Norden kommt und das an Ihm ein verloren gegangen ist!

Lyrische Höchstleistung / gesungen von Sven Petersen (Melodie: über den Wolken)

Uuuuund der schwarze Asphalt bebt…
Wie ein Nebel fliegt der Gummiiiii….
Bis ich abheeeeeeb und ich flieg`…..
der Kurve entgeeeeeegeeeeen…..
In den Vogeeeeeeeeeeeesen……
da muß das Kurvenglück greeeeeenzenlos sein…..
alle ängste, alle Sorgen, sagt man…..
bleiben hinter den Kurven verbooooorgen…
und dann…
muß ich wieder bremsen wie´n Stier…
denn sonst flieg ich ab…
gleich jetzt und gleich hier…

Ach ja….! Die nette Dame des französischen Fremdenverkehrsverein wollte unbedingt mal beim Fahrer Vogt mitfahren!

Bleibt zu hoffen, dass wir im nächsten Jahr auch wieder vom Championat des Vosges berichten können.
Hoffentlich dann mit mehr Teilnehmern die um den Titel "König der Vogesen" kämpfen werden!

 

Also….Pit, Dieter, Olli, Tom, Guenni und Sven!

Nächstes Jahr! Selbe Zeit!

..dann leder ich euch ab…
ihr verglüht in meinem Abgasstrahl…
ich fahr Kreise um euch….
ich zeig euch wo Bartel den Dingsbums hat...
oder lasst ihr euch beim Ampelsprint abhängen?

Denn wie sagte schon Friedhelm Fäding zu Bert Brenner:

Ein Rennen ist ein Rennen!





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